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DAS ERSTE 360-GRAD-PANORAMA
DER WELT: "LONDON FROM THE ROOF OF ALBION MILLS" (1793). //
(QUELLE: INTERNET)
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DIE SIGNATUR DES 19. JAHRHUNDERTS:
Das Panorama war eine der populärsten
und typischen Erscheinungen des 19.
Jahrhunderts. Wo immer seine spektakulären
Bilder gezeigt wurden, drängte sich eine
bunte, vergnügungsüchtige Menge.
Als der Porträt- und Miniaturmaler (!)
Robert Barker 1787 bei einem Spaziergang
auf dem Calton Hill ganz Edingburgh zu
seinen Füssen liegen sah, kam ihm der
Gedanke, die herrliche Aussicht in einem
Rundumbild festzuhalten. Mit dieser Idee
einer kreisförmigen Darstellung war das
Panorama geboren, das Barker später
Ruhm und Vermögen einbringen sollte. //

DAS ÄLTESTE ERHALTENE
RUNDGEMÄLDE DER WELT:
DAS
WOCHER-PANORAMA
IM SCHADAUPARK DER STADT THUN
(KANTON BERN) ENTSTAND ZWISCHEN
1809 UND 1814;
MALER: MARQUARD WOCHER; GRÖSSE: 7,5 x 38,3 METER. //
(QUELLE: INTERNET)
DIE ALLANSICHT: Als Barker in London
sein
Patent anmeldete, zählte er alle Merkmale
seiner Erfindung auf, die sich später bis auf
wenige Modifikationen zur Illusionssteigerung
kaum noch veränderte. Ursprünglich wurde
sie "Die Natur auf einen Blick" genannt, erst
im Januar 1872 prägte die Londoner "Times"
in einer Ankündigung den Begriff Panorama
(griechisch: "Allansicht").
Ein Panorama ist ein durchgehendes Gemälde
an der Innenseite einer speziell dafür errichteten
Rotunde. Das Bild sollte so lebensecht wirken,
dass es mit der Realität verwechselt werden
konnte. Über einen Gang und eine Treppe,
die - um Distanz zur realen Stadt zu schaffen -
abgedunkelt waren, traten die Besucher
auf eine Plattform.

DIE SEHMASCHINE: DAS
RUNDGEBÄUDE SCHUF
DEN RAUM FÜRS REALE SEHEN DES PANORAMAS.
//
(QUELLE: INTERNET)
DIE KONTROLLE DES KOLLEKTIVEN RAUMS:
Man muss sich die Situation am Ende des 18.
Jahrhunderts vor Augen führen. Die industrielle
Revolution veränderte Landschaft und Natur,
es enstanden die ersten Weltstädte. In diesem
Zusammenhang spielte das Panorama eine
bedeutende Rolle: Es drückte nicht nur die
Wahrnehmungs- und Darstellungsmuster aus,
die einem so unruhigen Zeitalter entsprachen,
sondern bot auch die Möglichkeit, die Kontrolle
über den ausufernden kollektiven Raum
wiederzuerlangen. In eben dem Augenblick,
als die Menschen der Realität entfliehen wollten
und die Identitätsverlust zu kompensieren
suchten, erfuhren sie eine imaginäre Situation. //

HORIZONTALPANORAMA: Die Stadt
Dresden von
der Kuppel der Frauenkirche aus gesehen
(Carl August Richter, 1824 publiziert).
//
(QUELLE: INTERNET)
DAS PANORAMA ALS PROPAGANDAMASCHINE:
Es überrascht daher nicht, dass die ersten
Gemälde gerade die Städte wiedergaben,
in denen sie gezeigt wurden. Bald trat noch
ein weiteres Motiv hinzu: der Krieg. Europa
erschütterten politische Umwälzungen.
Das Panorama -- üblicherweise ein
Geschichtsbild vermittelnd, das Helden und
dramatische Situationen betonte und den
Nationalstaat im Mittelpunkt sah -- wurde
Teile einer Propagandamaschinerie.
Schliesslich bildete sich ein weiteres Motiv
heraus: ferne Städte und Länder. Bei der
Wiedergabe wurde stets grösste
Genauigkeit
angestrebt. Die Panoramamaler benutzten
zunächst die Camera Obscura und später
die Fotografie, um ihr Motiv an Ort und
Stelle festzuhalten. //
(QUELLE: "DAS PANORAMA - DIE GESCHICHTE
EINER
VERGESSENEN KUNST", BERNARD COMMENT)

WIKIPEDIA
// Informationen
von
WIKIPEDIA ("freie Enzyklopädie")
zum Thema Panorama (D/US).

EIN EUROPÄISCHES KULTURDENKMAL:
DAS BOURBAKI PANORAMA LUZERN.
//
(QUELLE:
INTERNET)
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DAS BOURBAKI PANORAMA IN LUZERN:
Heute bestehen auf der Welt noch 28
Rundgebäude mit Panoramagemälden;
in der Schweiz das Bourbaki
Panorama
in Luzern. Dieses Panorama gehört
zu
den zwischen 1880 und 1914 entstandenen
Norm-Panoramen - es ist weltweit eines
der letzten dieser Art.
Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71
wurde in Panorama-Gemälden häufig
dargestellt. Ein belgisches Panorama-
Unternehmen entdeckte den Übertritt der
französischen Bourbaki-Armee in Les
Verrières/NE als geeignetes Thema für ein
Schweizer Panorama. Zusammen mit dem
Genfer Unternehmer Henneberg engagierte
man den Genfer Architekten Jacques Elysée
Goss für den Bau der Panorama-Rotunde
an einer grossen Ausstellung in Genf und
den Genfer Kunstmaler Edouard Castres
für das Rundgemälde. Von 1801 bis 1889
war das Panorama in Genf zu sehen. 1889
wurde das Rundbild nach Luzern
transportiert
und im August des gleichen Jahres der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Anfang
2000 wurde das Bourbaki Panorama nach
Restaurations- und Umbauarbeiten wieder
eröffnet. //
(QUELLE: BOURBAKI PANORAMA)

"FRÜHBÜRGERLICHE
REVOLUTION IN DEUTSCHLAND", 1983-1987, VON WERNER TÜBKE. //
(QUELLE:
INTERNET)
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DAS WELTTHEATER: Das Panorama
Museum
in Bad Frankenhausen (D) wurde am 14.
September 1989, wenige Wochen vor dem
Mauerfall in Berlin, eröffnet und war
ursprünglich als "Gedenkstätte" zur historischen
Legitimation des Staates DDR gedacht. Aber:
Die Weltgeschichte verlief anders. Dem
Künstler Werner Tübke gelang es, in Form einer
Rotunde ein geschichtsträchtiges "theatrum
mundi" (Welttheater) von zeitlos-universalem
Anspruch zu schaffen. Das Kunstwerk wirft
im Spiegel individueller Befindsamkeiten des
Künstlers Grundfragen menschlicher Existenz
auf. Tübke arbeitete am Monumentalgemälde,
für das im Vorfeld eigens ein gesamter
Gebäudekomplex erschaffen wurde, während
zwölf Jahren. Die Dimension des Gemäldes
von 14 mal 123 Metern, die künstlerische
Qualität und die Einmaligkeit des Projektes
verleihen dem Panorama Museum einen
besonderen Charakter. //
(QUELLE: PANORAMA MUSEUM)
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DIE BESTEN BÜCHER ZUM THEMA:

"Das Panorama - Die Geschichte einer
vergessenen Kunst", von Bernard Comment;
Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin, 2000.
ISBN 3-87584-941-8
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"Augenreisen. Das Panorama der
Schweiz",
Herausgeber Schweizerisches
Alpines Museum,
Schweizer Alpen-Club
SAC, Bern 2002
ISBN 3-9520873-6-X
"The Panorama. History of a Mass
Medium",
by Stephan Oettermann;
Zone Books, New York, 1997
ISBN 0-942299-83-3
Die Originalausgabe erschien 1980 bei
Syndikat, Frankfurt; Stephan Oettermann,
"Das Panorama: Die Geschichte eines
Massenmediums", vergriffen.
ISBN 3-81080-152-6

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